Inhalt (7 Abschnitte)
- TV-L und private Krankenversicherung: die Ausgangslage
- Warum TV-L-Beschäftigte später über die Grenze kommen
- Jahresentgelt TV-L 2026 und 2027: E 9a bis E 15
- Monatstabelle TV-L ab 01.03.2027
- Grenzfälle im TV-L: E 12 Stufe 6, E 13 Stufe 5 und E 15 Stufe 3
- Arbeitszeit, Teilzeit und Krankengeldzuschuss im TV-L
- Über der Grenze im Landesdienst: Ihr Weg in die PKV
- Im TV-L gilt die Tabelle ab 01.04.2026; ab 01.03.2027 steigen die Entgelte um 2,0 %, ab 01.01.2028 um weitere 1,0 % (Einigung vom 14.02.2026, Laufzeit bis 31.01.2028).
- Die Jahressonderzahlung beträgt in E 9a–11 74,35 %, in E 12–13 nur 46,47 % und in E 14–15 nur 32,53 % eines Monatsentgelts (§ 20 TV-L).
- Über der Grenze 2027 von 84.150 € liegen bei Vollzeit E 13 ab Stufe 6 (85.736 €), E 14 ab Stufe 5 (87.613 €) und E 15 ab Stufe 4 (88.360 €).
- E 12 Stufe 6 verfehlt die Grenze 2027 mit 83.985 € um 165 €; für Privatversicherte mit Bestandsgrenze (80.550 €) reichen E 12 Stufe 5 und E 13 Stufe 5.
Mit TV-L in die private Krankenversicherung können Sie, wenn Ihr Jahresentgelt aus Tabellenentgelt und Jahressonderzahlung über der Versicherungspflichtgrenze liegt. 2027 (84.150 €, Entwurf) schaffen das bei Vollzeit E 13 ab Stufe 6 (85.736 €), E 14 ab Stufe 5 und E 15 ab Stufe 4 – später als im TVöD, weil die Jahressonderzahlung in E 12 bis E 15 nur 46,47 % bzw. 32,53 % beträgt (Stand 18.10.2026).
TV-L und private Krankenversicherung: die Ausgangslage
Tarifbeschäftigte der Länder sind Angestellte. Sie sind versicherungsfrei und können in die PKV wechseln, wenn ihr regelmäßiges Jahresarbeitsentgelt die Versicherungspflichtgrenze übersteigt (§ 6 Abs. 1 Nr. 1 SGB V). Die Grenze liegt 2026 bei 77.400 € und soll 2027 auf 84.150 € steigen (Kabinettsbeschluss vom 07.10.2026, Bundesrat ausstehend). Wer am 31.12.2026 schon versicherungsfrei und privat versichert ist, muss 2027 nur die Bestandsgrenze von 80.550 € überschreiten. Landesbeamtinnen und -beamte sind ein eigenes Thema – für sie gilt die Beihilfe für Landesbeamte.
Grundlage der Werte ist die Einigung vom 14.02.2026: +2,8 % (mindestens 100 €) ab 01.04.2026, +2,0 % ab 01.03.2027 und +1,0 % ab 01.01.2028, Laufzeit bis 31.01.2028 (ver.di, dbb). Die Entgelttabellen stammen vom dbb. Hessen ist nicht im TV-L; dort gilt der TV-H mit eigener Tabelle.
Warum TV-L-Beschäftigte später über die Grenze kommen
Der entscheidende Unterschied zum TVöD ist die Jahressonderzahlung. Sie wird mit dem Novemberentgelt gezahlt und gehört zum regelmäßigen Jahresarbeitsentgelt. Im TV-L fällt sie in den oberen Gruppen aber deutlich niedriger aus:
| Entgeltgruppen | TV-L | TVöD Bund | TVöD Kommunen |
|---|---|---|---|
| E 1 bis E 4 | 87,43 % | 95 % | 85 % |
| E 5 bis E 8 | 88,14 % | 95 % | 85 % |
| E 9a bis E 11 | 74,35 % | 90 % | 85 % |
| E 12 und E 13 | 46,47 % | 90 % / 75 % | 85 % |
| E 14 und E 15 | 32,53 % | 75 % | 85 % |
Ein Beispiel: In E 13 Stufe 5 fehlen einer Landesbeschäftigten gegenüber einem Kollegen bei der Kommune gut 2.600 € Jahressonderzahlung – genug, um unter der Grenze zu bleiben. Dazu kommt, dass die TV-L-Tabelle selbst etwas niedriger liegt als die TVöD-Tabelle. Den direkten Vergleich zeigt TVöD und private Krankenversicherung.
Jahresentgelt TV-L 2026 und 2027: E 9a bis E 15
| EG | Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 | Stufe 4 | Stufe 5 | Stufe 6 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| E 15 | 69.741 / 70.910 | 74.781 / 76.034 | 77.445 / 78.742 | 86.904 / 88.360 | 94.068 / 95.644 | 96.809 / 98.431 |
| E 14 | 63.396 / 64.458 | 67.985 / 69.124 | 71.751 / 72.953 | 77.445 / 78.742 | 86.169 / 87.613 | 88.674 / 90.160 |
| E 13 | 59.324 / 60.320 | 63.646 / 64.715 | 66.897 / 68.020 | 73.212 / 74.441 | 81.943 / 83.318 | 84.320 / 85.736 |
| E 12 | 53.734 / 54.636 | 57.330 / 58.293 | 64.946 / 66.037 | 71.633 / 72.836 | 80.271 / 81.619 | 82.598 / 83.985 |
| E 11 | 53.247 / 54.145 | 56.643 / 57.598 | 60.512 / 61.532 | 66.399 / 67.518 | 74.945 / 76.208 | 77.110 / 78.410 |
| E 10 | 51.464 / 52.331 | 54.796 / 55.720 | 58.613 / 59.601 | 62.505 / 63.559 | 69.912 / 71.091 | 71.927 / 73.140 |
| E 9b | 46.133 / 46.911 | 49.328 / 50.159 | 51.421 / 52.288 | 57.205 / 58.170 | 62.126 / 63.173 | 63.907 / 64.985 |
| E 9a | 46.133 / 46.911 | 49.328 / 50.159 | 50.026 / 50.869 | 51.421 / 52.288 | 57.205 / 58.170 | 58.821 / 59.813 |
So lesen Sie die Tabelle: Für einen Wechsel zum 01.01.2027 muss der erste Wert über 77.400 € und der zweite über 84.150 € liegen. Das trifft auf E 13 Stufe 6, E 14 ab Stufe 5 und E 15 ab Stufe 4 zu. Ihr eigenes Ergebnis mit Teilzeit und Zulagen zeigt die Tarif-JAEG-Tabelle.
Monatstabelle TV-L ab 01.03.2027
| EG | Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 | Stufe 4 | Stufe 5 | Stufe 6 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| E 15 | 5.771,55 | 6.188,65 | 6.409,05 | 7.191,91 | 7.784,71 | 8.011,61 |
| E 14 | 5.246,46 | 5.626,22 | 5.937,84 | 6.409,05 | 7.131,05 | 7.338,37 |
| E 13 | 4.854,56 | 5.208,21 | 5.474,23 | 5.991,03 | 6.705,45 | 6.899,98 |
| E 12 | 4.397,12 | 4.691,40 | 5.314,62 | 5.861,84 | 6.568,65 | 6.759,07 |
| E 11 | 4.261,92 | 4.533,76 | 4.843,40 | 5.314,62 | 5.998,64 | 6.171,97 |
| E 10 | 4.119,19 | 4.385,95 | 4.691,40 | 5.002,99 | 5.595,85 | 5.757,08 |
| E 9b | 3.692,50 | 3.948,23 | 4.115,77 | 4.578,77 | 4.972,60 | 5.115,17 |
| E 9a | 3.692,50 | 3.948,23 | 4.004,09 | 4.115,77 | 4.578,77 | 4.708,08 |
Die Werte bis Februar 2027 liegen jeweils 2,0 % niedriger, zum Beispiel E 13 Stufe 6 bei 6.764,69 € statt 6.899,98 €. Eine E 9c und eine E 15Ü gibt es im TV-L nicht.
Grenzfälle im TV-L: E 12 Stufe 6, E 13 Stufe 5 und E 15 Stufe 3
E 12 Stufe 6 verfehlt die Grenze 2027 mit 83.985 € um nur 165 €. Schon eine feste Zulage von knapp 14 € im Monat würde rechnerisch reichen. Erst ab 2028 läge die Stufe mit der vollen neuen Tabelle höher – dann steigt aber auch die Grenze, voraussichtlich auf rund 87.750 € (Prognose).
E 13 Stufe 5 kommt 2027 auf 83.318 € – über der Bestandsgrenze, aber 832 € unter 84.150 €. Für Privatversicherte bedeutet das: Sie bleiben 2027 voraussichtlich versicherungsfrei. Für gesetzlich Versicherte öffnet sich der Weg mit dem Aufstieg in Stufe 6.
E 14 Stufe 4 und E 15 Stufe 3 liegen 2026 mit 77.445 € nur 45 € über der Grenze 2026, 2027 aber mit 78.742 € unter beiden neuen Grenzen. Wer hier 2026 freiwillig versichert ist, wird zum 01.01.2027 voraussichtlich wieder versicherungspflichtig. Für Privatversicherte, die 2027 unter die Bestandsgrenze fallen, gibt es eine Lösung: Werden sie nur wegen der Anhebung der Grenze versicherungspflichtig, können sie sich binnen drei Monaten befreien lassen (§ 8 Abs. 1 Nr. 1 SGB V).
Arbeitszeit, Teilzeit und Krankengeldzuschuss im TV-L
Die regelmäßige Wochenarbeitszeit ist im TV-L je Land unterschiedlich geregelt. Die Tabellenwerte gelten jeweils für die Vollzeit Ihres Landes; in Teilzeit sinkt das Jahresentgelt anteilig. Wer seine Stunden aufstockt oder in eine höhere Stufe kommt, sollte prüfen, ob er damit über die Grenze gelangt – ein Stufenaufstieg zählt ab dem Monat, in dem er wirksam wird.
Beim Krankengeldzuschuss gilt im TV-L eine eigene Formulierung: Für versicherungsfreie oder befreite Beschäftigte werden die Leistungen zugrunde gelegt, die ihnen als Pflichtversicherte in der gesetzlichen Krankenversicherung zustünden (§ 22 Abs. 2 Satz 3 TV-L). Der Zuschuss läuft nach mehr als einem Jahr Beschäftigungszeit bis zur 13. Woche, nach mehr als drei Jahren bis zur 39. Woche. Wie Sie Ihr Krankentagegeld darauf abstimmen, erklärt Krankengeldzuschuss für Privatversicherte.
Über der Grenze im Landesdienst: Ihr Weg in die PKV
Liegen Sie 2026 über 77.400 € und 2027 voraussichtlich über 84.150 €, endet Ihre Versicherungspflicht mit Ablauf des Jahres 2026 (§ 6 Abs. 4 SGB V). Ihr Arbeitgeber zahlt dann die Hälfte Ihres PKV-Beitrags, 2026 bis 613,22 € im Monat (§ 257 SGB V, § 61 SGB XI) – mehr dazu unter Zuschuss zur PKV im öffentlichen Dienst. Der Beitrag hängt nicht vom Gehalt ab, und Leistungen wie Chefarzt oder Einbettzimmer sind je nach Tarif vertraglich zugesichert.
Ihren persönlichen Wechseltermin zeigt der kostenlose Übergrenzer-Check – ohne Gesundheitsfragen. Alle Regeln für Tarifbeschäftigte finden Sie unter Angestellte im öffentlichen Dienst und private Krankenversicherung.
Häufige Fragen
Ab welcher Entgeltgruppe kann man im TV-L in die private Krankenversicherung?
Für 2027 (84.150 €, Entwurf) bei Vollzeit mit Jahressonderzahlung: E 13 ab Stufe 6, E 14 ab Stufe 5 und E 15 ab Stufe 4. Diese Stufen liegen auch 2026 über 77.400 €, sodass gesetzlich Versicherte voraussichtlich zum 01.01.2027 wechseln können (eigene Berechnung aus den dbb-Tabellen, Stand 18.10.2026).
Wie hoch ist das Jahresgehalt in TV-L E 13?
Mit Jahressonderzahlung (46,47 %) kommt die E 13 nach der Tabelle ab 01.04.2026 auf 59.324 € in Stufe 1 bis 84.320 € in Stufe 6. Für 2027 – vorausschauend mit der Erhöhung um 2,0 % ab 01.03.2027 – sind es 60.320 € bis 85.736 €. Nur Stufe 6 liegt 2027 über 84.150 €.
Warum erreichen TV-L-Beschäftigte die Grenze später als im TVöD?
Weil die Jahressonderzahlung im TV-L in den oberen Gruppen niedriger ist: 46,47 % in E 12 und E 13, 32,53 % in E 14 und E 15 – im TVöD sind es seit 2026 75 % beim Bund (E 13–15) und 85 % bei den Kommunen. Bei gleicher Gruppe und Stufe fehlen im TV-L deshalb oft mehrere Tausend Euro im Jahr.
Zählt die Erhöhung im März 2027 schon für den Wechsel zum 01.01.2027?
Erhöhungen, die zum Jahreswechsel bereits feststehen, werden in die Prognose für das Folgejahr einbezogen (GKV-Spitzenverband, Grundsätzliche Hinweise Nr. 4.2). Wir rechnen deshalb für 2027 mit zwei Monaten alter und zehn Monaten neuer Tabelle. Verbindlich entscheiden Arbeitgeber und Krankenkasse.
Gilt der TV-L auch in Hessen?
Nein. Hessen hat einen eigenen Tarifvertrag (TV-H) mit eigener Tabelle: laut dbb +3 % (mindestens 110 €) ab 01.07.2026, vorläufige Tabelle bis 30.09.2027. Die Jahressonderzahlung im TV-H haben wir nicht geprüft; die Werte auf dieser Seite gelten deshalb nicht für Hessen.
Quellen
- dbb: TV-L-Entgelttabellen 2026/2027 (ab 01.04.2026 und ab 01.03.2027) – 2026
- ver.di: Tarifrunde öffentlicher Dienst der Länder – Einigung vom 14.02.2026 – 14.02.2026
- dbb: Flugblatt Nr. 33 zur Einkommensrunde TV-L – 14.02.2026
- TV-L § 20 – Jahressonderzahlung (amtliche Fassung) – Stand 01.07.2026
- TV-L § 22 – Entgelt im Krankheitsfall (amtliche Fassung) – Stand 01.07.2026
- dbb: vorläufige Entgelttabelle TV-H 07/2026–09/2027 – 31.03.2026
- GKV-Spitzenverband: Grundsätzliche Hinweise zur Versicherungsfreiheit bei Überschreiten der JAEG (TK-Kopie) – Fassung vom 20.03.2019
Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zu der Versicherungspflichtgrenze und der privaten Krankenversicherung für Angestellte (Stand: 18. Oktober 2026). Er ersetzt keine individuelle Beratung. Welche Lösung zu Ihnen passt, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab, z. B. Alter, Gesundheit, Einkommen und Familie. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität; Gesetze und Tarife ändern sich. Ein kostenloses Informations- und Rechnerportal – keine Krankenkasse und kein Angebot von Arbeitgebern oder Gewerkschaften; über die Versicherungspflicht entscheiden Arbeitgeber und Krankenkasse. Herausgeber: JAEG-Check.de. JAEG-Check.de ist kein Versicherungsmakler und bietet keine Versicherungs-, Rechts- oder Steuerberatung an; eine individuelle Beratung erfolgt ausschließlich durch spezialisierte Kooperationspartner mit Erlaubnis nach § 34d GewO.