Inhalt (6 Abschnitte)
- Chemie-Tarifvertrag und private Krankenversicherung: Was zählt
- Der Tarifabschluss 2026: Nullmonate, dann zwei Stufen
- Jahresentgelt E 13 Chemie Nordrhein 2026 bis 2028
- E 9 bis E 12: Wo in der Chemie die Grenze verläuft
- Schicht, Zulagen, Teilzeit: Was Ihr Jahresentgelt noch verändert
- AT in der Chemie und Ihr Weg in die PKV
- Im Chemie-Tarif Nordrhein liegt die E 13 ab 01.01.2027 bei 7.457 € (kaufmännisch), 7.641 € (technisch) und 7.419 € (Meister) im Monat; mit Jahresleistung und Urlaubsgeld sind das 98.141 € bis 100.533 € im Jahr.
- Damit liegt die E 13 klar über der Grenze 2027 von 84.150 € – und schon 2026 mit 95.658 € bis 98.492 € über 77.400 €.
- Der Abschluss vom 25.03.2026 bringt keine Erhöhung bis Dezember 2026, +2,1 % ab 01.01.2027 und +2,4 % ab 01.01.2028; Laufzeit 27 Monate.
- Für E 9 bis E 12 veröffentlichen die amtlichen Register nur Eckwerte; laut IGBCE liegt die E 11 in der Endstufe je nach Region bei 5.767 bis 6.645 € im Monat – rechnerisch rund 76.200 bis 87.600 € im Jahr.
Mit dem Chemie-Tarifvertrag liegt die Endgruppe E 13 klar über der Grenze zur privaten Krankenversicherung: In Nordrhein kommt sie ab 01.01.2027 mit 13 Monatsentgelten und 1.200 € Urlaubsgeld auf 98.141 € (kaufmännisch) bis 100.533 € (technisch) – deutlich über der Grenze 2027 von 84.150 € (Entwurf). Für E 9 bis E 12 hängt es von Region und Stufe ab; laut IGBCE kann die E 11 in der Endstufe die Grenze erreichen (Stand 18.10.2026).
Chemie-Tarifvertrag und private Krankenversicherung: Was zählt
Auch in der chemischen Industrie gilt für den Weg in die PKV die allgemeine Regel: Versicherungsfrei sind Angestellte, deren regelmäßiges Jahresarbeitsentgelt die Versicherungspflichtgrenze übersteigt (§ 6 Abs. 1 Nr. 1 SGB V). Die Grenze beträgt 2026 77.400 € und soll 2027 auf 84.150 € steigen (Kabinettsbeschluss vom 07.10.2026, Bundesrat ausstehend). Wer am 31.12.2026 bereits versicherungsfrei und privat versichert ist, muss 2027 nur die Bestandsgrenze von 80.550 € überschreiten.
Zum Jahresarbeitsentgelt zählen das Monatsentgelt mal zwölf und die tariflichen Jahreszahlungen, die mit hinreichender Sicherheit jedes Jahr kommen (GKV-Spitzenverband, Grundsätzliche Hinweise Nr. 2.2). In der Chemie sind das vor allem zwei Bausteine:
- Jahresleistung: seit 2021 100 % eines Monatsentgelts (BAVC); per Betriebsvereinbarung kann sie zwischen 80 und 125 % liegen.
- Urlaubsgeld: 40 € je Urlaubstag, bei 30 Tagen 1.200 € im Jahr (Entgelttarif Chemie Nordrhein).
Nicht eingerechnet haben wir den tariflichen Zukunftsbetrag von 23 % eines Monatsentgelts: Er wird nach der Auffangregel je zur Hälfte als Freizeit und als Geld gewährt, und ob der Geldanteil als regelmäßig gilt, hängt von der Ausgestaltung im Betrieb ab. Ebenfalls nicht enthalten sind die 300 € pro Kopf und Jahr für den betrieblichen Demografiefonds – sie werden nicht ausgezahlt. JAEG-Check.de ist ein Informationsportal und kein Angebot der Tarifparteien.
Der Tarifabschluss 2026: Nullmonate, dann zwei Stufen
Am 25.03.2026 haben der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) und die IGBCE in Bad Breisig einen Abschluss mit 27 Monaten Laufzeit vereinbart. Er sieht von März bis Dezember 2026 keine Erhöhung vor, dann +2,1 % ab 01.01.2027 und +2,4 % ab 01.01.2028. Unternehmen, die nicht wesentlich von der Krise betroffen sind, können die Stufen um drei Monate vorziehen. Der Tarifvertrag ist frühestens zum 31.05.2028 kündbar.
Für die Versicherungspflicht ist das ein Vorteil: Die Erhöhung zum 01.01.2027 steht fest und fließt deshalb schon in die Prognose zum Jahreswechsel ein. Für 2027 zählt also das höhere Entgelt. Wie sich andere Branchen entwickeln, zeigt die Übersicht Tarifrunden 2026/2027.
Jahresentgelt E 13 Chemie Nordrhein 2026 bis 2028
| E 13 | Monat 04/2025–12/2026 | Jahr 2026 | Monat ab 01.01.2027 | Jahr 2027 | Monat ab 01.01.2028 | Jahr 2028 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| kaufmännisch | 7.304 € | 96.152 € | 7.457 € | 98.141 € | 7.636 € | 100.468 € |
| technisch | 7.484 € | 98.492 € | 7.641 € | 100.533 € | 7.824 € | 102.912 € |
| Meister | 7.266 € | 95.658 € | 7.419 € | 97.647 € | 7.597 € | 99.961 € |
Selbst wenn die Jahresleistung per Betriebsvereinbarung auf 80 % abgesenkt ist, bleibt die E 13 klar über der Grenze: Kaufmännisch wären es 2027 rund 96.650 €. Der Abstand zur Grenze 2027 beträgt in allen drei Varianten der Tabelle mehr als 13.000 € – ein komfortabler Puffer, auch gegenüber der für 2028 erwarteten Grenze von rund 87.750 € (Prognose).
E 9 bis E 12: Wo in der Chemie die Grenze verläuft
Für die Gruppen unterhalb der E 13 veröffentlichen die amtlichen Tarifregister keine vollständigen Stufenwerte, die wir prüfen konnten; Tabellen dazu stehen nur in Sekundärquellen. Wir nennen deshalb keine Einzelwerte, sondern die Spannen, die die IGBCE selbst angibt (Stand 04/2025 – der Abschluss 2026 sieht bis Dezember 2026 keine Erhöhung vor):
| Gruppe (Endstufe) | Monat je nach Region | Jahr rechnerisch | Grenze 2027 (84.150 €) |
|---|---|---|---|
| E 11 | 5.767 € bis 6.645 € | 76.171 € bis 87.585 € | je nach Region darunter oder darüber |
| E 13 | 6.736 € bis 7.768 € | 88.768 € bis 102.184 € | in allen Regionen darüber |
Die E 12 liegt zwischen diesen Werten – je nach Region und Stufe kann sie die Grenze erreichen. Die Erhöhung um 2,1 % zum 01.01.2027 kommt bei allen Gruppen hinzu. Ob Ihre Gruppe reicht, sagt Ihnen am verlässlichsten die Personalabteilung mit dem Jahresarbeitsentgelt, mit dem sie zum Jahreswechsel prüft. Ihr Ergebnis mit eigenen Zahlen rechnet der Jahresarbeitsentgelt-Rechner; die Tarif-JAEG-Tabelle enthält für die Chemie nur die primär belegte E 13.
Schicht, Zulagen, Teilzeit: Was Ihr Jahresentgelt noch verändert
In der Chemie arbeiten viele Beschäftigte im Schichtbetrieb. Für die Versicherungspflichtgrenze gilt: Laufend gezahlte, feste Zulagen zählen zum Jahresarbeitsentgelt. Steuerfreie Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit sind dagegen kein Arbeitsentgelt und zählen nicht (§ 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 SvEV, § 3b EStG). Einzeln vergütete Mehrarbeit zählt ebenfalls nicht. Die Tabellenwerte gelten für Vollzeit mit 37,5 Wochenstunden; in Teilzeit sinkt das Jahresentgelt anteilig.
Wer eine Entgeltumwandlung in die betriebliche Altersversorgung nutzt, mindert sein Jahresarbeitsentgelt – 2026 um bis zu 4.056 € im Jahr. In der E 13 ist das wegen des großen Abstands zur Grenze meist unkritisch, in den Gruppen darunter kann es den Ausschlag geben. Details: Entgeltumwandlung und Jahresarbeitsentgeltgrenze.
AT in der Chemie und Ihr Weg in die PKV
Außertarifliche Angestellte in der Chemie haben Aufgaben mit höheren Anforderungen als die höchste Tarifgruppe; ihre Arbeitsbedingungen müssen im Ganzen gesehen über dem Tarif liegen, ein fester Prozentabstand ist nicht vorgeschrieben (BMAS-Tarifdatenblatt). Weil schon die E 13 klar über der Grenze liegt, sind AT-Angestellte in aller Regel ebenfalls darüber. Mehr dazu unter AT-Gehalt in der Chemie.
Liegen Sie über der Grenze, steht Ihnen die PKV offen: Ihr Arbeitgeber zahlt die Hälfte des Beitrags, 2026 bis 613,22 € im Monat (§ 257 SGB V, § 61 SGB XI). Der Beitrag hängt nicht vom Gehalt ab – die Tariferhöhungen 2027 und 2028 erhöhen ihn nicht. In der GKV zahlen Sie dagegen ab der Beitragsbemessungsgrenze den Höchstbeitrag, 2027 voraussichtlich 672,56 € bis 729,94 € Arbeitnehmeranteil im Monat. Ihren persönlichen Wechseltermin zeigt der kostenlose Übergrenzer-Check; alle Tarifwerke im Vergleich finden Sie unter Tarifgehalt und Jahresarbeitsentgeltgrenze.
Häufige Fragen
Liegt man mit dem Chemie-Tarifvertrag über der Versicherungspflichtgrenze?
In der Endgruppe E 13 eindeutig ja: In Nordrhein kommt sie ab 01.01.2027 mit 13 Monatsentgelten und 1.200 € Urlaubsgeld auf 98.141 € (kaufmännisch) bis 100.533 € (technisch) – klar über der Grenze 2027 von 84.150 € (Entwurf). In den Gruppen darunter hängt es von Region, Gruppe und Stufe ab.
Wie hoch ist das Jahresgehalt in Chemie E 13?
Nach dem Entgelttarif Chemie Nordrhein (Tarifregister NRW) beträgt die E 13 bis 31.12.2026 7.304 € (kaufmännisch), 7.484 € (technisch) und 7.266 € (Meister) im Monat. Mit Jahresleistung von 100 % und 1.200 € Urlaubsgeld sind das 96.152 €, 98.492 € bzw. 95.658 € im Jahr; ab 2027 durch +2,1 % entsprechend mehr.
Was bringt der Chemie-Tarifabschluss 2026?
BAVC und IGBCE haben am 25.03.2026 vereinbart: keine Erhöhung von März bis Dezember 2026, +2,1 % ab 01.01.2027 und +2,4 % ab 01.01.2028. Nicht wesentlich krisenbetroffene Unternehmen können die Stufen um drei Monate vorziehen. Dazu kommen 300 € pro Kopf und Jahr für den betrieblichen Demografiefonds, die nicht ausgezahlt werden.
Zählt der Zukunftsbetrag zur Versicherungspflichtgrenze?
Der tarifliche Zukunftsbetrag beträgt 23 % eines Monatsentgelts und wird nach der tariflichen Auffangregel je zur Hälfte als Freizeit und als Geld gewährt. Ob der Geldanteil als regelmäßiges Arbeitsentgelt zählt, hängt von der betrieblichen Ausgestaltung ab – wir haben ihn deshalb nicht eingerechnet. Fragen Sie Ihre Personalabteilung.
Ab wann sind AT-Angestellte in der Chemie über der Grenze?
Außertarifliche Angestellte haben Aufgaben mit höheren Anforderungen als die höchste Tarifgruppe und Bedingungen, die im Ganzen gesehen über dem Tarif liegen; einen festen Prozentabstand schreibt der Tarif nicht vor. Weil schon die E 13 klar über 84.150 € liegt, sind AT-Angestellte in der Chemie in aller Regel ebenfalls darüber.
Quellen
- BAVC: Chemie-Tarifabschluss vom 25.03.2026 – 25.03.2026
- Tarifregister NRW: Entgelttarif Chemie Nordrhein – PDF-Stand 19.05.2026
- BAVC: Jahresleistung ab 2021 auf 100 Prozent (Pressemitteilung 22.11.2019) – 22.11.2019
- IGBCE: Verdienst in der Chemieindustrie (Spannen je Region) – Stand 04/2025
- IGBCE: Zukunftsbetrag – abgerufen 18.10.2026
- BMAS: Tarifdatenblatt Chemische Industrie NRW – abgerufen 18.10.2026
- GKV-Spitzenverband: Grundsätzliche Hinweise zur Versicherungsfreiheit bei Überschreiten der JAEG (TK-Kopie) – Fassung vom 20.03.2019
Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zu der Versicherungspflichtgrenze und der privaten Krankenversicherung für Angestellte (Stand: 18. Oktober 2026). Er ersetzt keine individuelle Beratung. Welche Lösung zu Ihnen passt, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab, z. B. Alter, Gesundheit, Einkommen und Familie. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität; Gesetze und Tarife ändern sich. Ein kostenloses Informations- und Rechnerportal – keine Krankenkasse und kein Angebot von Arbeitgebern oder Gewerkschaften; über die Versicherungspflicht entscheiden Arbeitgeber und Krankenkasse. Herausgeber: JAEG-Check.de. JAEG-Check.de ist kein Versicherungsmakler und bietet keine Versicherungs-, Rechts- oder Steuerberatung an; eine individuelle Beratung erfolgt ausschließlich durch spezialisierte Kooperationspartner mit Erlaubnis nach § 34d GewO.