Inhalt (6 Abschnitte)
- Im Chemie-Tarif (Tarifparteien IGBCE und BAVC) ist die E 13 die Endgruppe: in Nordrhein ab 01.01.2027 7.457 € (kaufmännisch), 7.641 € (technisch) und 7.419 € (Meister) im Monat bei 37,5 Wochenstunden (Tarifregister NRW).
- Mit Jahresleistung von 100 % eines Monatsentgelts und 1.200 € Urlaubsgeld ergibt das 2027 rund 97.600 € bis 100.500 € – deutlich über der Grenze von 84.150 € (Kabinettsbeschluss vom 07.10.2026, Bundesrat ausstehend).
- AT ist nach dem Manteltarifvertrag, wessen Aufgabengebiet höhere Anforderungen stellt als die höchste Gruppe und wessen Entgelt und Arbeitsbedingungen „im Ganzen gesehen“ über den tariflichen Mindestbestimmungen liegen – herausgenommen per Einzelvertrag unter Mitbestimmung des Betriebsrats (BMAS-Tarifdatenblatt).
- Für akademisch gebildete naturwissenschaftliche und technische Angestellte gelten Mindestjahresbezüge aus dem Tarifvertrag von VAA und BAVC: 2026 im zweiten Beschäftigungsjahr 74.950 € (Master/Diplom) bzw. 87.125 € (Promotion).
- Der Tarifabschluss vom 25.03.2026 bringt +2,1 % ab 01.01.2027 und +2,4 % ab 01.01.2028; damit steigt auch die Schwelle, ab der AT beginnt.
Ein AT-Gehalt in der Chemie (Tarifbereich von IGBCE und BAVC) beginnt oberhalb der Endgruppe E 13: In Nordrhein liegt sie ab 01.01.2027 bei 7.457 € (kaufmännisch), 7.641 € (technisch) und 7.419 € (Meister) im Monat; mit Jahresleistung und Urlaubsgeld sind das rund 97.600 € bis 100.500 € im Jahr – deutlich über der Versicherungspflichtgrenze 2027 von 84.150 € (Entwurf). AT ist laut Manteltarifvertrag, wessen Aufgaben über der höchsten Gruppe liegen und wessen Bedingungen „im Ganzen gesehen“ über dem Tarif liegen (Stand: Oktober 2026).
AT-Gehalt IG BCE: Wo der Chemie-Tarif endet
Die Tarifverträge der chemischen Industrie schließen die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) und der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) mit seinen regionalen Verbänden. Die Entgeltgruppen reichen von E 1 bis E 13, die regelmäßige Wochenarbeitszeit beträgt 37,5 Stunden, der Urlaub 30 Tage (BMAS-Tarifdatenblatt). Die E 13 ist die Endgruppe – darüber beginnt der Bereich der außertariflichen Angestellten. JAEG-Check.de ist kein Angebot der IGBCE, des BAVC oder des VAA; wir nennen die Tarifparteien nur als Quelle.
Am 25.03.2026 haben BAVC und IGBCE abgeschlossen: keine Erhöhung von März bis Dezember 2026, +2,1 % ab 01.01.2027 und +2,4 % ab 01.01.2028 bei 27 Monaten Laufzeit. Betriebe, die nicht wesentlich von der Krise betroffen sind, dürfen die Stufen um drei Monate vorziehen (BAVC). Die E-13-Werte für Nordrhein liegen damit fest:
| E 13 | 01.04.2025–31.12.2026 | ab 01.01.2027 | ab 01.01.2028 |
|---|---|---|---|
| kaufmännisch | 7.304 € | 7.457 € | 7.636 € |
| technisch | 7.484 € | 7.641 € | 7.824 € |
| Meister | 7.266 € | 7.419 € | 7.597 € |
Andere Tarifgebiete haben eigene Tabellen. Die IGBCE nennt für die E 13 in der Endstufe eine Spanne von 6.736 € bis 7.768 € im Monat und für die E 11 von 5.767 € bis 6.645 € – je nach Region, Stand 04/2025.
Die AT-Abgrenzung im Chemie-Manteltarifvertrag
Anders als in manchen Branchen ist die AT-Definition in der Chemie öffentlich nachlesbar. Nach dem Manteltarifvertrag gilt der Tarif nicht für Arbeitnehmer, „deren Aufgabengebiet höhere Anforderungen stellt als die höchste tarifliche Beschäftigungsgruppe verlangt und deren Entgelt und allgemeine Arbeitsbedingungen im Ganzen gesehen die tariflichen Mindestbestimmungen überschreiten, wenn sie durch Einzelvertrag aus dem Geltungsbereich des Tarifvertrages unter Mitbestimmung des Betriebsrates gemäß §§ 99 ff. BetrVG herausgenommen worden sind“ (BMAS-Tarifdatenblatt Chemische Industrie). Daraus folgen drei Bedingungen:
1. Höhere Aufgaben
Das Aufgabengebiet geht über die Anforderungen der höchsten Gruppe hinaus.
2. Im Ganzen über Tarif
Entgelt und Arbeitsbedingungen liegen insgesamt über den tariflichen Mindestbestimmungen – einschließlich der Jahreszahlungen.
3. Einzelvertrag mit Betriebsrat
Die Herausnahme aus dem Tarif erfolgt per Einzelvertrag, der Betriebsrat bestimmt mit (§§ 99 ff. BetrVG).
Einen festen Prozentabstand zur E 13 schreibt der Manteltarifvertrag nach dieser Fassung nicht vor. Die Formulierung „im Ganzen gesehen“ hat für die Krankenversicherung aber eine wichtige Folge: Wenn die Gesamtbedingungen über dem Tarif liegen müssen, liegt auch das AT-Jahresentgelt in aller Regel über dem tariflichen Jahresentgelt der E 13 – und damit über der Grenze.
Jahresleistung, Urlaubsgeld, Zukunftsbetrag
Zum Monatsentgelt zahlt der Chemie-Tarif eine Jahresleistung von 100 % eines Monatsentgelts – seit 2021, per Betriebsvereinbarung zwischen 80 und 125 % (BAVC) – und ein Urlaubsgeld von 40 € je Urlaubstag, bei 30 Tagen 1.200 € (Tarifregister NRW). Dazu kommt der tarifliche Zukunftsbetrag von 23 % eines Monatsentgelts, der nach der Auffangregel je zur Hälfte als Freizeit und als Geld gewährt wird (IGBCE). Ob der Geldanteil als regelmäßige Zahlung zum Jahresarbeitsentgelt zählt, ist nicht abschließend geklärt; in unseren Werten ist er nicht enthalten.
| E 13 | 2026 | 2027 | Abstand zu 84.150 € (2027) |
|---|---|---|---|
| kaufmännisch | 96.152 € | 98.141 € | +13.991 € |
| technisch | 98.492 € | 100.533 € | +16.383 € |
| Meister | 95.658 € | 97.647 € | +13.497 € |
| E 13 Endstufe, niedrigster regionaler Wert laut IGBCE (6.736 €, Stand 04/2025) | 88.768 € | – | bereits mit dem Wert von 2025 darüber |
Die E 13 liegt also in allen Varianten über der Grenze 2027. Bei den Gruppen E 9 bis E 12 hängt es von Region und Stufe ab; die E 11 kommt in der Endstufe laut IGBCE-Spanne auf rund 76.200 € bis 87.600 € im Jahr. Ihre Gruppe rechnet die Tarif-JAEG-Tabelle; die Chemie-Tarife im Detail zeigt Chemie-Tarifvertrag und private Krankenversicherung.
Akademiker in der Chemie: eigener Tarif mit Mindestjahresbezügen
Für akademisch gebildete naturwissenschaftliche und technische Angestellte gibt es in der Chemie einen eigenen Tarifvertrag zwischen dem VAA – der Interessenvertretung der Fach- und Führungskräfte in Chemie und Pharma – und dem BAVC. Er legt Mindestjahresbezüge fest. Laut Abschluss vom 07.10.2026 betragen sie für das Jahr 2026 im zweiten Beschäftigungsjahr:
| Abschluss | Mindestjahresbezug 2026 | über 77.400 € (2026)? | über 84.150 € (2027)? |
|---|---|---|---|
| Diplom oder Master | 74.950 € | nein | nein |
| Promotion | 87.125 € | ja | ja |
Das Beispiel zeigt: Nicht jedes „AT“-Gehalt in der Chemie liegt automatisch über der Grenze. Berufseinsteiger mit Master können darunter liegen, Promovierte darüber. Ob alle Bestandteile der Jahresbezüge regelmäßig gezahlt werden und damit zum Jahresarbeitsentgelt zählen, beurteilt Ihr Arbeitgeber; ein Zielbonus ohne Zusage zählt nicht (GKV-Spitzenverband, Grundsätzliche Hinweise Nr. 2.3). Mit jedem Beschäftigungsjahr und jeder Gehaltsrunde verschiebt sich das Bild – den Zeitpunkt, ab dem Sie über der Grenze liegen, simuliert der Gehaltserhöhungs-Simulator.
AT-Gehalt in der Chemie und die Versicherungspflichtgrenze
Die Grenze liegt 2026 bei 77.400 € und soll 2027 auf 84.150 € steigen; für Angestellte, die am 31.12.2026 versicherungsfrei und privat versichert sind, gilt 2027 die Bestandsgrenze von 80.550 € (Kabinettsbeschluss vom 07.10.2026, Bundesrat ausstehend). Für AT-Angestellte, deren Bedingungen im Ganzen über der E 13 liegen, ist die Grenze damit in der Regel kein Hindernis. Für die genaue Rechnung zählt aber, was Ihr Vertrag fest vorsieht:
- Fixum mal zwölf und vertraglich feste Jahreszahlungen zählen voll.
- Variable Vergütung zählt nur mit fest zugesagtem Mindestbetrag oder wenn sie laufend gezahlt wird.
- Dienstwagen: Der geldwerte Vorteil aus der Privatnutzung zählt mit.
- Entgeltumwandlung mindert das Jahresarbeitsentgelt, 2026 bis 4.056 €.
Rechnen Sie Ihren Vertrag im Jahresarbeitsentgelt-Rechner nach; was beim AT-Vertrag für die Krankenversicherung gilt, erklärt AT-Vertrag und Krankenversicherung.
PKV für AT-Angestellte der Chemie
Wer über der Grenze liegt, wählt zwischen freiwilliger GKV und privater Krankenversicherung. Für die PKV spricht bei hohen Chemie-Gehältern besonders, dass der Beitrag nicht vom Gehalt abhängt: Die Tarifstufen 2027 und 2028 erhöhen den PKV-Beitrag nicht. In der GKV zahlen Angestellte mit Gehalt über der Bemessungsgrenze 2027 voraussichtlich 672,56 € bis 729,94 € Arbeitnehmeranteil im Monat (eigene Berechnung, Zusatzbeitrag 2,9 %). Der Arbeitgeber zahlt zur PKV die Hälfte, 2026 bis 613,22 € im Monat (§ 257 SGB V), und die Leistungen sind vertraglich zugesichert (§ 206 Abs. 1 VVG). Hat Ihr Arbeitgeber eine eigene Betriebskrankenkasse, hilft der Vergleich BKK oder PKV.
Zur Planung gehören die Gesundheitsprüfung beim Antrag – eine anonyme Risikovoranfrage klärt sie vorab – und der Blick auf die Familie, denn in der PKV zahlt jede Person einen eigenen Beitrag. Beides klärt ein spezialisierter Experte aus unserem Partnernetzwerk. Den Branchenvergleich finden Sie unter AT-Gehalt: wie viel über Tarif; Ihren Wechseltermin zeigt der Übergrenzer-Check.
Häufige Fragen
Ab wann ist man in der Chemie AT?
Wenn drei Bedingungen erfüllt sind: Das Aufgabengebiet stellt höhere Anforderungen als die höchste tarifliche Gruppe, Entgelt und allgemeine Arbeitsbedingungen überschreiten im Ganzen gesehen die tariflichen Mindestbestimmungen, und Sie wurden durch Einzelvertrag unter Mitbestimmung des Betriebsrats aus dem Tarifvertrag herausgenommen (Manteltarifvertrag laut BMAS-Tarifdatenblatt).
Gibt es eine AT-Gehaltstabelle der IG BCE?
Nein. AT-Gehälter werden einzelvertraglich vereinbart. Öffentlich sind die Entgelttabellen der Tarifgruppen E 1 bis E 13 und – für akademisch gebildete naturwissenschaftliche und technische Angestellte – die Mindestjahresbezüge aus dem Tarifvertrag von VAA und BAVC. Sie markieren die Untergrenze, von der aus AT-Gehälter verhandelt werden.
Liegt die E 13 Chemie über der Versicherungspflichtgrenze?
Ja, deutlich. In Nordrhein kommt die E 13 kaufmännisch 2027 mit 13 Monatsentgelten und 1.200 € Urlaubsgeld auf rund 98.141 € – die Grenze 2027 liegt bei 84.150 € (Entwurf). Auch die niedrigsten regionalen E-13-Endstufen, die die IGBCE für 04/2025 nennt (6.736 € im Monat), ergeben rund 88.768 € im Jahr.
Was verdienen Akademiker in der Chemie nach Tarif?
Laut Abschluss von VAA und BAVC vom 07.10.2026 betragen die tariflichen Mindestjahresbezüge 2026 im zweiten Beschäftigungsjahr 74.950 € für Angestellte mit Master oder Diplom und 87.125 € für Angestellte mit Promotion. Der Master-Wert liegt unter der Versicherungspflichtgrenze 2026 von 77.400 €, der Promotions-Wert über der Grenze 2027 von 84.150 €.
Zählt der Zukunftsbetrag zum Jahresarbeitsentgelt?
Das ist nicht abschließend geklärt. Der tarifliche Zukunftsbetrag beträgt 23 % eines Monatsentgelts und wird nach der Auffangregel je zur Hälfte als Freizeit und als Geld gewährt (IGBCE). Ob der Geldanteil als regelmäßige Zahlung zählt, sollte Ihr Arbeitgeber beurteilen; in unseren Werten ist er nicht enthalten.
Quellen
- Tarifregister NRW: Entgelttarif Chemie Nordrhein (E 13 ab 01.01.2027 und 01.01.2028, Urlaubsgeld) – PDF-Stand 19.05.2026
- BMAS: Tarifdatenblatt Chemische Industrie (Geltungsbereich Manteltarifvertrag, AT-Abgrenzung) – abgerufen 18.10.2026
- BAVC: Chemie-Tarifabschluss vom 25.03.2026 – 25.03.2026
- BAVC: Jahresleistung 100 Prozent ab 2021 – 22.11.2019
- IGBCE: Verdienst in der Chemieindustrie (regionale Spannen E 11 und E 13) – Stand 04/2025
- IGBCE: Zukunftsbetrag – abgerufen 18.10.2026
- VAA: VAA und BAVC einigen sich auf Tarifabschluss (Mindestjahresbezüge 2026) – 07.10.2026
- Bundesrat: Drucksache 576/26 – Rechengrößen 2027 – Kabinettsbeschluss 07.10.2026, Bundesrat ausstehend
Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zu der Versicherungspflichtgrenze und der privaten Krankenversicherung für Angestellte (Stand: 18. Oktober 2026). Er ersetzt keine individuelle Beratung. Welche Lösung zu Ihnen passt, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab, z. B. Alter, Gesundheit, Einkommen und Familie. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität; Gesetze und Tarife ändern sich. Ein kostenloses Informations- und Rechnerportal – keine Krankenkasse und kein Angebot von Arbeitgebern oder Gewerkschaften; über die Versicherungspflicht entscheiden Arbeitgeber und Krankenkasse. Herausgeber: JAEG-Check.de. JAEG-Check.de ist kein Versicherungsmakler und bietet keine Versicherungs-, Rechts- oder Steuerberatung an; eine individuelle Beratung erfolgt ausschließlich durch spezialisierte Kooperationspartner mit Erlaubnis nach § 34d GewO.