Inhalt (7 Abschnitte)
- Tarifgruppe Banken und private Krankenversicherung: Warum der Tarif nicht reicht
- Private Banken: Gehaltstabelle ab 01.07.2026 und Jahresgehalt
- Tarifrunde Banken 2026: Was ein Abschluss bringen könnte
- AT-Angestellte bei Banken: der eigentliche Weg in die PKV
- Versicherungen: Gehaltstabelle ab 01.09.2026 und Jahresgehalt
- Sonderzahlung oder freie Tage: eine Entscheidung mit Folgen
- Über der Grenze: Ihr Weg in die PKV aus Bank und Versicherung
- Bei den privaten Banken liegt selbst die höchste Tarifgruppe TG 9 ab dem 11. Berufsjahr mit 5.908 € × 13 = 76.804 € unter allen Grenzen (Tabelle ab 01.07.2026).
- Die Tarifrunde Banken läuft: ver.di fordert 6 %, der DBV 9,5 % und eine neue Tarifgruppe 10 – selbst +9,5 % brächten TG 9 rechnerisch nur auf 84.100 €.
- In der Versicherungswirtschaft kommt Gruppe VIII ab dem 14. Berufsjahr mit 13,3 Gehältern auf 82.925,50 € – mit Verantwortungszulage auf 88.245,50 € und damit über der Grenze 2027 von 84.150 €.
- Über der Grenze liegen in beiden Branchen vor allem außertarifliche Angestellte: bei Banken definitionsgemäß mit einem Monatsgehalt über dem Endgehalt der TG 9.
Mit einer Tarifgruppe der privaten Banken kommen Sie nicht in die private Krankenversicherung: Selbst TG 9 ab dem 11. Berufsjahr liegt mit 13 Gehältern bei 76.804 € und damit unter der Grenze 2027 von 84.150 € (Entwurf). In der Versicherungswirtschaft schafft es nur Gruppe VIII ab dem 14. Berufsjahr mit Verantwortungszulage (88.245,50 €). Über der Grenze liegen in beiden Branchen vor allem außertarifliche Angestellte (Stand 18.10.2026).
Tarifgruppe Banken und private Krankenversicherung: Warum der Tarif nicht reicht
Für den Weg in die PKV zählt das regelmäßige Jahresarbeitsentgelt: Liegt es über der Versicherungspflichtgrenze, sind Angestellte versicherungsfrei (§ 6 Abs. 1 Nr. 1 SGB V). Die Grenze beträgt 2026 77.400 € und soll 2027 auf 84.150 € steigen (Kabinettsbeschluss vom 07.10.2026, Bundesrat ausstehend). Wer am 31.12.2026 schon versicherungsfrei und privat versichert ist, muss 2027 nur die Bestandsgrenze von 80.550 € überschreiten.
Bei den privaten Banken setzt sich das Tarifgehalt aus zwölf Monatsgehältern und der tariflichen Sonderzahlung von mindestens einem Monatsgehalt zusammen (§ 10 Manteltarifvertrag; per Betriebsvereinbarung erfolgsabhängig 90 bis 120 %). Ein tarifliches Urlaubsgeld haben wir im Manteltarifvertrag nicht gefunden. Die regelmäßige Arbeitszeit beträgt 39 Stunden (§ 2 MTV). Damit ergibt sich: Jahresgehalt = Monatsgehalt × 13.
Private Banken: Gehaltstabelle ab 01.07.2026 und Jahresgehalt
| Berufsjahr | TG 6 | TG 7 | TG 8 | TG 9 |
|---|---|---|---|---|
| 7./8. Berufsjahr | 3.932 € / 51.116 € | 4.237 € / 55.081 € | 4.582 € / 59.566 € | – |
| 9. Berufsjahr | 4.158 € / 54.054 € | 4.496 € / 58.448 € | 4.847 € / 63.011 € | 5.251 € / 68.263 € |
| 10. Berufsjahr | 4.378 € / 56.914 € | 4.761 € / 61.893 € | 5.167 € / 67.171 € | 5.580 € / 72.540 € |
| ab 11. Berufsjahr | 4.597 € / 59.761 € | 5.022 € / 65.286 € | 5.465 € / 71.045 € | 5.908 € / 76.804 € |
Kein Wert erreicht die Grenze 2026 von 77.400 €, geschweige denn die Grenze 2027. Für 84.150 € fehlen der TG 9 ab dem 11. Berufsjahr rund 9,6 %. Was zusätzlich zählen kann: feste Zulagen, vermögenswirksame Leistungen und – wenn fest zugesagt oder laufend gezahlt – variable Vergütung. Ungewisse Boni zählen nicht (GKV-Spitzenverband, Grundsätzliche Hinweise Nr. 2.3). Ihr Ergebnis mit allen Bestandteilen rechnet der Jahresarbeitsentgelt-Rechner.
Tarifrunde Banken 2026: Was ein Abschluss bringen könnte
Der Abschluss vom 03.07.2024 brachte +5,5 % ab 08/2024, +3,0 % ab 08/2025 und +2,0 % ab 07/2026; die Laufzeit endete am 30.09.2026 (AGV Banken). Die Tarifrunde 2026 läuft: Die erste Verhandlungsrunde am 08.10.2026 endete ohne Angebot der Arbeitgeber, weitere Termine sind am 02.11. und 23.11.2026. ver.di fordert 6 % bei zwölf Monaten, der DBV 9,5 % bei 24 Monaten und eine neue Tarifgruppe 10.
| Szenario | Monatsgehalt | Jahresgehalt | Einordnung 2027 |
|---|---|---|---|
| heute (ab 01.07.2026) | 5.908 € | 76.804 € | unter allen Grenzen |
| +6 % (Forderung ver.di) | 6.262 € | 81.412 € | über der Bestandsgrenze, unter 84.150 € |
| +9,5 % (Forderung DBV) | 6.469 € | 84.100 € | 50 € unter 84.150 € |
Selbst die höchste Forderung würde die TG 9 also nur bis knapp unter die Grenze 2027 heben. Eine neue Tarifgruppe 10, wie der DBV sie fordert, könnte das ändern – ob und wie sie kommt, ist offen. Alle Abschlüsse mit Datum finden Sie unter Tarifrunden 2026/2027.
AT-Angestellte bei Banken: der eigentliche Weg in die PKV
Außertariflich sind nach § 1 Ziff. 3 des Manteltarifvertrags leitende Angestellte sowie Angestellte mit Entscheidungen von besonderer Wichtigkeit und Tragweite, deren laufendes Monatsgehalt das Endgehalt der höchsten Tarifgruppe übersteigt – bei den privaten Banken ab 07/2026 also mehr als 5.908 € im Monat (bestätigt im Glossar des AGV Banken). Für die Grenze 2027 brauchen Sie mit 13 Gehältern mehr als rund 6.473 € im Monat; mit Bonus, Dienstwagen oder weiteren festen Zahlungen kann auch ein niedrigeres Grundgehalt reichen, wenn diese Bestandteile zählen.
Gerade bei AT-Verträgen lohnt der genaue Blick auf variable Bestandteile: Ein fest zugesagter Mindestbonus zählt, ein rein zielabhängiger Bonus nicht. Was das für AT-Gehälter im Bankgewerbe bedeutet, steht unter AT-Gehaltstabelle Banken. Für öffentliche Banken und Sparkassen gelten eigene Tarifwerke, die hier nicht enthalten sind; Sparkassen wenden den TVöD mit einem Besonderen Teil an (TVöD und private Krankenversicherung).
Versicherungen: Gehaltstabelle ab 01.09.2026 und Jahresgehalt
In der privaten Versicherungswirtschaft gilt seit 01.09.2026 die zweite Stufe der Tarifvereinbarung vom 04.07.2025: +5,0 % (mindestens 200 €) ab 01.08.2025 und +3,3 % ab 01.09.2026; der Gehaltstarifvertrag ist frühestens zum 31.05.2027 kündbar. Innendienstbeschäftigte erhalten 80 % eines Monatsgehalts im vierten Quartal (§ 3 Ziff. 3 MTV) und 50 % im zweiten Quartal (§ 13 Ziff. 9 MTV) – zusammen 13,3 Monatsgehälter. Die regelmäßige Arbeitszeit beträgt 38 Stunden (§ 11 MTV). Es gibt die Gruppen I bis VIII.
| Berufsjahr | Gruppe V | Gruppe VI | Gruppe VII (mit Zulage) | Gruppe VIII (mit Zulage) |
|---|---|---|---|---|
| 8./9. | 4.219 € / 56.112,70 € | 4.485 € / 59.650,50 € | 4.751 € / 63.188,30 € (68.335,40 €) | 5.172 € / 68.787,60 € (74.107,60 €) |
| 10./11. | 4.397 € / 58.480,10 € | 4.713 € / 62.682,90 € | 5.025 € / 66.832,50 € (71.979,60 €) | 5.528 € / 73.522,40 € (78.842,40 €) |
| 12./13. | 4.583 € / 60.953,90 € | 4.942 € / 65.728,60 € | 5.302 € / 70.516,60 € (75.663,70 €) | 5.880 € / 78.204,00 € (83.524,00 €) |
| ab 14. | 4.776 € / 63.520,80 € | 5.172 € / 68.787,60 € | 5.573 € / 74.120,90 € (79.268,00 €) | 6.235 € / 82.925,50 € (88.245,50 €) |
Gruppe VIII ab dem 14. Berufsjahr liegt ohne Zulage über der Grenze 2026 und der Bestandsgrenze, aber 1,5 % unter 84.150 €. Mit der Verantwortungszulage von 400 € kommt sie klar darüber. Privatversicherte mit Bestandsgrenze schaffen es außerdem mit Gruppe VIII im 12./13. Berufsjahr und Zulage (83.524 €).
Sonderzahlung oder freie Tage: eine Entscheidung mit Folgen
Von der Sonderzahlung im zweiten Quartal können Beschäftigte der Versicherungswirtschaft 23,5 Prozentpunkte in fünf freie Tage umwandeln. Dann sinkt das Jahresgehalt auf 13,065 Monatsgehälter – für Gruppe VIII ab dem 14. Berufsjahr ohne Zulage von 82.925,50 € auf 81.460,28 €. Das ist weiterhin über der Bestandsgrenze, aber wer knapp darüber liegt, sollte die Wahl bewusst treffen: Wie bei allen Verzichten im Voraus zählt der umgewandelte Teil nicht zum Jahresarbeitsentgelt.
Außertariflich sind in der Versicherungswirtschaft nur Vorstände, leitende Angestellte und Prokuristen ausgenommen (§ 1 Ziff. 2 MTV). Liegt das Gehalt über 110 % des Tarifgehalts der Gruppe VIII einschließlich Verantwortungszulage – also über 7.298,50 € im Monat –, entfallen nach dem Manteltarifvertrag die tariflichen Sonderzahlungen; ein solches Gehalt liegt aber schon mit zwölf Monatsgehältern über der Grenze 2027.
Über der Grenze: Ihr Weg in die PKV aus Bank und Versicherung
Liegen Sie mit AT-Vertrag oder Tarif plus Zulage über der Grenze, steht Ihnen die PKV offen – mit einem Beitrag, der nicht vom Gehalt abhängt, und einem Arbeitgeberzuschuss bis zur Hälfte, 2026 höchstens 613,22 € im Monat (§ 257 SGB V, § 61 SGB XI). In der GKV zahlen Sie mit einem Gehalt über der Beitragsbemessungsgrenze 2027 voraussichtlich 672,56 € bis 729,94 € Arbeitnehmeranteil im Monat. Leistungen wie Chefarzt, Einbettzimmer oder hochwertiger Zahnersatz sind in der PKV je nach Tarif vertraglich zugesichert.
Ihren persönlichen Wechseltermin mit Bonus, Dienstwagen und allen Zulagen zeigt der kostenlose Übergrenzer-Check. Ihr Tarifgehalt rechnet die Tarif-JAEG-Tabelle; alle Tarifwerke im Vergleich finden Sie unter Tarifgehalt und Jahresarbeitsentgeltgrenze.
Häufige Fragen
Verdienen Bankangestellte nach Tarif genug für die private Krankenversicherung?
Nach dem Tarif der privaten Banken nicht: Die höchste Gruppe TG 9 kommt ab dem 11. Berufsjahr mit 13 Gehältern auf 76.804 € und liegt damit unter der Grenze 2026 von 77.400 € und der Grenze 2027 von 84.150 € (Entwurf). Über der Grenze liegen im Bankgewerbe vor allem außertarifliche Angestellte.
Wie hoch ist das Jahresgehalt in Tarifgruppe 9 bei Banken?
Ab 01.07.2026 beträgt das Monatsgehalt in TG 9 5.251 € im 9., 5.580 € im 10. und 5.908 € ab dem 11. Berufsjahr. Mit der tariflichen Sonderzahlung von mindestens einem Monatsgehalt sind das 68.263 €, 72.540 € bzw. 76.804 € im Jahr (eigene Berechnung nach DBV-Tabelle).
Ab wann ist man bei Banken außertariflich?
Nach dem Manteltarifvertrag sind außertariflich unter anderem Angestellte mit Entscheidungen von besonderer Wichtigkeit und Tragweite, deren laufendes Monatsgehalt das Endgehalt der höchsten Tarifgruppe übersteigt – bei den privaten Banken ab 07/2026 also mehr als 5.908 € im Monat. Für die Grenze 2027 brauchen Sie bei 13 Gehältern mehr als rund 6.473 € im Monat.
Liegt der Versicherungsinnendienst über der Versicherungspflichtgrenze?
Nur in der obersten Gruppe mit Zulage: Gruppe VIII ab dem 14. Berufsjahr kommt mit 13,3 Monatsgehältern auf 82.925,50 € – über 77.400 € und 80.550 €, aber unter 84.150 €. Mit der Verantwortungszulage von 400 € sind es 88.245,50 €. Wer einen Teil der Sonderzahlung in freie Tage umwandelt, senkt sein Jahresentgelt.
Was bringt die Tarifrunde Banken 2026?
Der Gehaltstarifvertrag der privaten Banken lief bis 30.09.2026. Die erste Verhandlungsrunde am 08.10.2026 endete ohne Angebot der Arbeitgeber; weitere Termine sind am 02.11. und 23.11.2026. Bis zu einem Abschluss gilt die Tabelle ab 01.07.2026 weiter. Ein Abschluss erhöht Ihr Jahresarbeitsentgelt ab dem Monat, ab dem Sie Anspruch darauf haben.
Quellen
- DBV: Gehaltstabelle private Banken 2024–2026 – Werte ab 01.07.2026
- AGV Banken: Tarifabschluss 2024 in drei Stufen – 03.07.2024
- ver.di: Tarifrunde private Banken 2026 – 10/2026
- DBV: Private Banken – Tarifrunde 2026 – 10/2026
- DHV: Manteltarifvertrag private und öffentliche Banken (§§ 1, 2, 10) – Fassung 2019
- AGV Banken: Glossar AT und leitende Angestellte – abgerufen 18.10.2026
- AGV Versicherungen: Gehaltstarifvertrag (Fassung 01.05.2026) – Werte ab 01.09.2026
- AGV Versicherungen: Manteltarifvertrag (Fassung 01.05.2026) – Fassung 01.05.2026
- AGV Versicherungen: Tarifvereinbarung vom 04.07.2025 – 04.07.2025
Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zu der Versicherungspflichtgrenze und der privaten Krankenversicherung für Angestellte (Stand: 18. Oktober 2026). Er ersetzt keine individuelle Beratung. Welche Lösung zu Ihnen passt, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab, z. B. Alter, Gesundheit, Einkommen und Familie. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität; Gesetze und Tarife ändern sich. Ein kostenloses Informations- und Rechnerportal – keine Krankenkasse und kein Angebot von Arbeitgebern oder Gewerkschaften; über die Versicherungspflicht entscheiden Arbeitgeber und Krankenkasse. Herausgeber: JAEG-Check.de. JAEG-Check.de ist kein Versicherungsmakler und bietet keine Versicherungs-, Rechts- oder Steuerberatung an; eine individuelle Beratung erfolgt ausschließlich durch spezialisierte Kooperationspartner mit Erlaubnis nach § 34d GewO.