Inhalt (6 Abschnitte)
- Ein AT-Gehalt in der Metall- und Elektroindustrie liegt über der höchsten ERA-Entgeltgruppe des Tarifgebiets; die genaue AT-Abgrenzung regeln die Manteltarifverträge der Bezirke – ein einheitlicher Prozentabstand ist nicht öffentlich belegt.
- Die Spitzengruppen ab 01.04.2026 (35 Stunden): NRW EG 14 nach 36 Monaten 7.178,50 €, Baden-Württemberg EG 17 6.906,50 €, Bayern EG 12 Stufe B 6.650 €, Niedersachsen EG 13 Stufe C 6.882 € im Monat (IG Metall, METALL NRW, Südwestmetall).
- Mit Urlaubsgeld, Sonderzahlung 55 %, T-ZUG und T-Geld ergeben sich ohne Leistungszulage rund 91.100 € bis 99.400 € im Jahr – über der Grenze 2027 von 84.150 € (Kabinettsbeschluss vom 07.10.2026, Bundesrat ausstehend).
- Liegt ein AT-Jahresgehalt über dem tariflichen Jahresentgelt der Spitzengruppe, liegt es in allen vier Bezirken über der Grenze 2027; mit nur zwölf festen Gehältern braucht es dafür mindestens 7.012,50 € im Monat.
- Die Tarifrunde 2026 läuft: Die IG Metall fordert 5 %, die Friedenspflicht endet am 31.10.2026; ein Abschluss hebt auch die Spitzengruppen und damit die AT-Schwelle an.
Ein AT-Gehalt in der Metall- und Elektroindustrie (Tarifgebiete der IG Metall) beginnt oberhalb der höchsten ERA-Entgeltgruppe: ab 01.04.2026 bei 35 Stunden über 7.178,50 € in NRW (EG 14), 6.906,50 € in Baden-Württemberg (EG 17), 6.650 € in Bayern (EG 12 Stufe B) und 6.882 € in Niedersachsen (EG 13 Stufe C). Mit den tariflichen Jahreszahlungen sind das rund 91.100 € bis 99.400 € im Jahr – über der Versicherungspflichtgrenze 2027 von 84.150 € (Entwurf). Den genauen AT-Abstand regeln die Manteltarifverträge der Bezirke (Stand: Oktober 2026).
AT-Gehalt IG Metall: Wo der Tarif endet
In der Metall- und Elektroindustrie gelten die Entgelt-Rahmenabkommen (ERA), die die IG Metall mit den Arbeitgeberverbänden der einzelnen Tarifgebiete abgeschlossen hat. Jedes Tarifgebiet hat eine eigene Tabelle mit eigener Zahl an Entgeltgruppen: NRW 14 Gruppen mit Stufen nach Beschäftigungsmonaten, Baden-Württemberg 17 Gruppen ohne Stufen, Bayern 12 Gruppen mit Stufe A und B, Niedersachsen Gruppen mit den Stufen A, B und C. Wer mit seinen Aufgaben und seinem Gehalt über der höchsten Gruppe liegt und einzelvertraglich aus dem Tarif herausgenommen ist, ist außertariflich – AT.
JAEG-Check.de ist kein Angebot der IG Metall oder der Arbeitgeberverbände; wir nennen die Tarifparteien nur, um die Quellen der Tabellen zu benennen. Eine AT-Gehaltstabelle gibt es nicht: AT-Gehälter werden individuell verhandelt. Öffentlich sind nur die Tariftabellen – und die zeigen, wo AT beginnt.
| Tarifgebiet | Höchste Gruppe | Monat | Zum Vergleich |
|---|---|---|---|
| Nordrhein-Westfalen | EG 14 nach 36 Monaten | 7.178,50 € | EG 13 nach 36 Monaten: 5.945,50 € |
| Baden-Württemberg | EG 17 | 6.906,50 € | EG 15: 6.129,00 €, EG 16: 6.536,50 € |
| Bayern | EG 12 Stufe B | 6.650 € | EG 12 Stufe A: 6.378 € |
| Niedersachsen | EG 13 Stufe C | 6.882 € | EG 13 Stufe B: 6.683 € |
Jahreszahlungen: Was der Tarif zusätzlich zahlt
Zum Monatsentgelt kommen in der Metall- und Elektroindustrie tarifliche Jahreszahlungen, die das Jahresentgelt um gut 1,7 Monatsgehälter erhöhen (METALL-NRW-Tarifkarte, Südwestmetall, IG-Metall-Broschüre „DFI 2026“):
- Zusätzliches Urlaubsgeld: in NRW 72 % eines Monatsentgelts bei 30 Urlaubstagen, in Baden-Württemberg laut Südwestmetall rund 69 %.
- Tarifliche Sonderzahlung: 25 bis 55 % eines Monatsentgelts, je nach Betriebszugehörigkeit (55 % nach 36 Monaten).
- T-ZUG A: 27,5 % eines Monatsentgelts im Juli – bei Wahl freier Tage entfällt die Zahlung.
- T-Geld (Transformationsgeld): 18,4 % eines Monatsentgelts im Juli; es kann bei geringer Rendite des Betriebs verschoben werden oder entfallen.
- T-ZUG B: 2026 in NRW 846,94 €, in Baden-Württemberg 952,00 €; für Bayern und Niedersachsen liegen uns keine Primärwerte vor.
- Leistungsentgelt: in NRW 0 bis 20 % (Betriebsdurchschnitt 9 bis 11 %), in Baden-Württemberg im Schnitt 15 %, in Bayern Zielwert 14 %, in Niedersachsen mindestens 10 %.
Für AT-Angestellte gelten diese Zahlungen nicht automatisch – was Sie bekommen, steht in Ihrem Vertrag. Sie zeigen aber, mit welchem Jahresentgelt ein AT-Gehalt verglichen werden muss, wenn es insgesamt über dem Tarif liegen soll.
| Tarifgebiet, Spitzengruppe | ohne Leistungszulage | mit Leistungszulage | Grenze 2027 |
|---|---|---|---|
| NRW, EG 14 nach 36 Monaten | 99.401 € | 109.256 € (10 %) | darüber |
| Baden-Württemberg, EG 17 | 95.564 € | 109.756 € (15 %) | darüber |
| Bayern, EG 12 Stufe B | 91.098 € | 103.852 € (14 %) | darüber |
| Niedersachsen, EG 13 Stufe C | 94.277 € | 103.704 € (10 %) | darüber |
Südwestmetall nennt für die EG 17 einen Jahresbetrag von rund 109.000 € bei 35 Stunden und rund 124.500 € bei 40 Stunden. Wie sich alle Gruppen und Stufen gegen die Grenze verteilen, zeigen die Tarifseiten IG Metall und private Krankenversicherung und IG Metall NRW: Jahresgehalt je Entgeltgruppe; Ihre eigene Gruppe rechnet die Tarif-JAEG-Tabelle.
Die AT-Abgrenzung: Was die Manteltarifverträge regeln
Wann jemand in der Metall- und Elektroindustrie als AT gilt, steht in den Manteltarifverträgen der Tarifgebiete. Diese Texte sind nicht alle frei zugänglich, und einen einheitlichen, öffentlich belegten Prozentabstand zur höchsten Gruppe gibt es nicht. Wir nennen deshalb keinen pauschalen „AT-Abstand“. Fragen Sie im Zweifel Ihren Betriebsrat oder die Personalabteilung, welche Regel in Ihrem Betrieb gilt – auch Betriebsvereinbarungen können AT-Bänder festlegen.
Klar ist dagegen, was für die Krankenversicherung zählt: nicht die Bezeichnung AT, sondern das regelmäßige Jahresarbeitsentgelt aus Ihrem Vertrag. Wer tariflich eingruppiert bleibt, kann die Grenze übrigens oft auch ohne AT-Vertrag erreichen – etwa mit Leistungszulage oder einem 40-Stunden-Vertrag; mehr dazu unter 40-Stunden-Vertrag in der Metallindustrie.
AT-Gehalt und Versicherungspflichtgrenze 2027
Die Versicherungspflichtgrenze soll 2027 von 77.400 € auf 84.150 € steigen (Kabinettsbeschluss vom 07.10.2026, Bundesrat ausstehend). Liegt Ihr AT-Jahresgehalt über dem tariflichen Jahresentgelt der Spitzengruppe Ihres Bezirks, liegen Sie in allen vier Tarifgebieten über dieser Grenze – denn selbst die niedrigste Spitzengruppe (Bayern, EG 12 Stufe B) kommt mit den Jahreszahlungen auf rund 91.100 €.
Vorsicht ist geboten, wenn ein AT-Vertrag nur ein Fixum ohne feste Sonderzahlungen vorsieht und der Rest variabel ist. Dann zählt für die Grenze vor allem das Fixum mal zwölf – und dafür braucht es 2027 mindestens 7.012,50 € im Monat. Ein Zielbonus ohne Zusage zählt nicht, ein fest zugesagter Mindestbetrag dagegen schon (GKV-Spitzenverband, Grundsätzliche Hinweise Nr. 2.3).
| AT-Vertrag | Zählt für die Grenze | Jahresarbeitsentgelt | 2027 |
|---|---|---|---|
| 8.000 € × 13, Zielbonus ohne Zusage | 13 Gehälter | 104.000 € | über der Grenze |
| 6.950 € × 12, Zielbonus 20.000 € ohne Zusage | 12 Gehälter | 83.400 € | knapp darunter |
| 6.950 € × 12 plus Dienstwagen | 12 Gehälter + 6.600 € geldwerter Vorteil | 90.000 € | über der Grenze |
Ob Ihr eigener Vertrag reicht, zeigt der Jahresarbeitsentgelt-Rechner. Was beim AT-Vertrag für die Krankenversicherung zählt, erklärt AT-Vertrag und Krankenversicherung.
Tarifrunde 2026: Was sie für AT bedeutet
Die Tabellen ab 01.04.2026 beruhen auf dem Abschluss vom November 2024 (+2,0 % ab 01.04.2025, +3,1 % ab 01.04.2026). Die Laufzeit endete am 31.10.2026; bis zu einem neuen Abschluss gelten die Tabellen weiter. Für die Tarifrunde 2026 fordert die IG Metall 5 % bei zwölf Monaten Laufzeit; die erste Verhandlungsrunde endete ohne Angebot der Arbeitgeber, die Friedenspflicht endet am 31.10.2026 (IG Metall, DGB, Stand 18.10.2026).
Für AT-Angestellte heißt das: Ein Abschluss hebt die Spitzengruppen an – und damit die Schwelle, ab der AT beginnt. Ob Ihr AT-Gehalt mitsteigt, regeln Ihr Vertrag oder betriebliche Vereinbarungen. Für die Versicherungspflichtgrenze zählt eine Erhöhung ab dem Monat, in dem Ihr Anspruch entsteht; wird ein Abschluss erst 2027 rückwirkend unterschrieben, zählt die Erhöhung für 2027 (§ 6 Abs. 4 Satz 3 SGB V). Wie sich Erhöhung und steigende Grenze zueinander verhalten, simuliert der Gehaltserhöhungs-Simulator.
PKV für AT-Angestellte in der Metallindustrie
Wer als AT-Angestellte/r über der Grenze liegt, kann zwischen freiwilliger GKV – oft der Betriebskrankenkasse des Konzerns – und privater Krankenversicherung wählen. Für die PKV sprechen konkrete Punkte: Der Beitrag hängt nicht vom Gehalt ab, der Arbeitgeber zahlt die Hälfte (2026 bis 613,22 € im Monat), und die Leistungen sind vertraglich zugesichert. In der GKV zahlen Angestellte mit Gehalt über der Bemessungsgrenze 2027 voraussichtlich 672,56 € bis 729,94 € Arbeitnehmeranteil im Monat (eigene Berechnung, Zusatzbeitrag 2,9 %). Was Übergrenzer in Konzernen vergleichen sollten, steht unter BKK oder PKV.
Den Überblick über AT-Gehälter in allen Branchen gibt AT-Gehalt: wie viel über Tarif. Ob Sie persönlich über der Grenze liegen und wann Ihr Wechseltermin ist, zeigt der Übergrenzer-Check in 60 Sekunden.
Häufige Fragen
Ab welchem Gehalt ist man in der Metall- und Elektroindustrie AT?
AT beginnt oberhalb der höchsten Entgeltgruppe des Tarifgebiets – ab 01.04.2026 bei 35 Stunden zum Beispiel über 7.178,50 € (NRW, EG 14 nach 36 Monaten), über 6.906,50 € (Baden-Württemberg, EG 17), über 6.650 € (Bayern, EG 12 Stufe B) oder über 6.882 € (Niedersachsen, EG 13 Stufe C). Welche Aufgaben und welchen Abstand der Manteltarifvertrag Ihres Bezirks verlangt, erfahren Sie beim Betriebsrat oder in der Personalabteilung.
Gibt es eine AT-Gehaltstabelle der IG Metall?
Nein. AT-Gehälter werden einzelvertraglich vereinbart und stehen in keiner Tariftabelle. Öffentlich sind nur die ERA-Entgelttabellen der Tarifgebiete. Sie zeigen, wo der Tarif endet – und damit die Untergrenze, von der aus AT-Gehälter verhandelt werden.
Liegen AT-Angestellte in der Metallindustrie über der Versicherungspflichtgrenze?
In aller Regel ja. Schon die Spitzengruppen kommen mit den tariflichen Jahreszahlungen auf rund 91.100 € (Bayern) bis 99.400 € (NRW) im Jahr – über 84.150 € (Grenze 2027, Entwurf). Ein AT-Jahresgehalt, das darüber liegt, überschreitet die Grenze ebenfalls. Entscheidend ist aber Ihr regelmäßiges Jahresarbeitsentgelt laut Vertrag: Ein Bonus ohne Zusage zählt nicht.
Bekommen AT-Angestellte die Tariferhöhung automatisch?
Nicht automatisch – ob und wie AT-Gehälter angepasst werden, regeln Ihr Arbeitsvertrag oder betriebliche Vereinbarungen. Ein Tarifabschluss hebt aber die Spitzengruppen an und damit die Schwelle, ab der AT beginnt. Die Tarifrunde 2026 läuft; die Friedenspflicht endet am 31.10.2026.
Können AT-Angestellte der Metallindustrie in die PKV wechseln?
Ja, wenn ihr regelmäßiges Jahresarbeitsentgelt über der Grenze liegt. Im laufenden Job erfolgt der Wechsel zum 1. Januar, wenn das Entgelt die Grenze des laufenden und – in der Prognose – des Folgejahres übersteigt (§ 6 Abs. 4 SGB V). Bei einem neuen Arbeitgeber gilt die Versicherungsfreiheit ab dem ersten Tag.
Quellen
- IG Metall: ERA-Monatsentgelte gültig ab 01.04.2026 (alle Tarifgebiete) – Stand 31.03.2026
- METALL NRW: Tarifkarte 2024–2026 – Urlaubsgeld, Sonderzahlung, T-ZUG, T-Geld, Leistungsentgelt
- Südwestmetall: Tarifkarte Entgelte April 2026 – 04/2026
- IG Metall: Broschüre „DFI 2026“ (Tarifwissen) – 20.04.2026
- IG Metall: Forderungspaket Tarifrunde 2026 – 23.09.2026
- GKV-Spitzenverband: Grundsätzliche Hinweise zur Versicherungsfreiheit bei Überschreiten der JAEG (TK-Kopie) – 20.03.2019, Nr. 2.2, 2.3, 4.2
- Bundesrat: Drucksache 576/26 – Rechengrößen 2027 – Kabinettsbeschluss 07.10.2026, Bundesrat ausstehend
Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zu der Versicherungspflichtgrenze und der privaten Krankenversicherung für Angestellte (Stand: 18. Oktober 2026). Er ersetzt keine individuelle Beratung. Welche Lösung zu Ihnen passt, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab, z. B. Alter, Gesundheit, Einkommen und Familie. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität; Gesetze und Tarife ändern sich. Ein kostenloses Informations- und Rechnerportal – keine Krankenkasse und kein Angebot von Arbeitgebern oder Gewerkschaften; über die Versicherungspflicht entscheiden Arbeitgeber und Krankenkasse. Herausgeber: JAEG-Check.de. JAEG-Check.de ist kein Versicherungsmakler und bietet keine Versicherungs-, Rechts- oder Steuerberatung an; eine individuelle Beratung erfolgt ausschließlich durch spezialisierte Kooperationspartner mit Erlaubnis nach § 34d GewO.